23.08.2014

Sag mir, wie du wohnst | Haus zum Kirschgarten Basel

Das Museum für Wohnkultur
Die ehemalige Residenz des Seidenbandfabrikanten Johann Rudolf Burckhardt in der Basler Innenstadt
(erbaut in den 1770er Jahren) ist im doppelten Sinne Museum: die Räume der prunkvollen Villa mit ihren ursprünglichen Einrichtungen stellen als Museum für Wohnkultur den permanenten Hintergrund für stets neue Sonderausstellungen. Dieses Mal für: Sag mir, wie du wohnst
Eine Frage, auf die jeder eine Antwort hat. Aber wie die zahllosen Möglichkeiten darstellen? Das Museum löst dies, indem sie das Thema Wohnen unter bestimmten Aspekten betrachtet und dabei alle Sinne der Besucher einbezieht: wie sieht man eine Wohnung, wie klingt sie, wie fühlt man sich darin, zu welchen Zwecken dient sie, was bedeutet sie für das soziale Leben, was bedeutet sie für die persönliche Identität?

"Sag mir, wie du wohnst"
Die modernen Einrichtungselemente und Installationen sind erstaunlich geschickt in die alten Räume mit ihren eindrucksvollen Möbeln und Accessoires aus dem 18. und 19. Jahrhundert integriert. Auch die als Leit- und Bereichstexte dienenden Umzugskartons stören nicht, obwohl sie auf den ersten Blick fehl am Platz wirken. Insgesamt betrachtet funktioniert das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart hervorragend. Ergänzt wird das heutige Wohnbild durch Fotos von unterschiedlichsten Schweizer Interieurs, die im NZZ Folio erschienen sind.
Das Haus zum Kirschgarten
Eine frische, ja man könnte sagen: erholsame Ausstellung, denn alles wirkt hell und einladend und dennoch fühlt man sich wie in einer anderen Welt, wo man der Alltagshektik entkommt. Mit anderen Worten: Museum funktioniert auch ohne Blackbox. Die einladende Atmosphäre entsteht nicht zuletzt durch das unglaublich freundliche, hilfsbereite und entgegenkommende Personal.


  • Lieblingsexponat? – das Haus in seiner Gesamtheit 
  • Nachmachen! – Die äußerst kompetente, aber keineswegs aufdringliche Betreuung durch das Personal (die einen aber ebenso gerne in Ruhe lässt, wenn man möchte) 
  • Was stört? – nicht störend, aber teilweise zu wenig inhaltliche Informationen 
  • Wie hinkommen? – Vom Bahnhof mit der Tram 2 bis Kirschgarten oder zu Fuß 
  • Charme? – Ganz viel davon. Knarrender Parkettboden und Wandteppiche treffen auf Geflüster in der Küche und auf literarische Stöbermöglichkeiten mit musikalischer Untermalung 
  • Jahreskarte oder Tagesticket? – zumindest eine durchgehende Sommerkarte 
  • Was gibt´s noch? – unbedingt Picknick an der Kasse holen (vorbestellen!) und im kleinen Teehäuschen im Garten genießen

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