26.08.2013

Exkurs: Von Emotionen und totaler Partizipation

The Big Air Package (Christo) 
im Gasometer Oberhausen
Eine Ausstellung muss uns bewegen. Nur wenn Besucher auf emotionaler Ebene angesprochen werden, funktioniert Museum. Geweckt werden Gefühle z.B. durch Objekte die Erinnerungen wecken und Assoziationen ermöglichen, durch Preziosen voller Ästhetik die uns in ihren Bann ziehen oder durch ein Exponat, das eine Aura des Grauens, des Geheimnisvollen oder der Komik umgibt und uns ergreift...

18.07.2013

David Bowie Is | Victoria & Albert Museum, London.



Nach 15 Minuten Schlangestehen für die Tickets und zwei Stunden Wartezeit, die wir in der Dauerausstellung, im Shop und im wunderbaren, sonnigen Innenhof des Victoria and Albert – „the world´s greatest museum of art and design“ – verbringen, betreten wir endlich „David Bowie is“...

01.07.2013

The Art Of Influence - Asian Propaganda / Living and Dying | BritishMuseum, London.

Das British Museum betritt man wie alle andere staatlichen Museen in England frei. Und das ist auch gut so! Zwar würde ein kostenpflichtiger Eintritt wahrscheinlich kaum weniger Besucher zur Folge haben. Doch würde dieser eine Grenze ziehen, die suggeriert: hinter den hohen Mauern des Museum lauert etwas Fremdes, dem man besser nicht zu nahe kommt (so, wie vor den geheiligten Objekten gemahnt wird). Hier darf sich jedoch jeder – ohne sich fehl am Platz zu fühlen – an einer riesigen Sammlung wertvollster Kulturschätze erfreuen...

24.06.2013

Galerie de Paléontologie et d'Anatomie Comparée

Paleontologie
Unzählige Attraktion, dutzende Museen von Weltrang, aber nur ein Tag in Paris. Wir entscheiden uns gegen stundenlanges Schlangestehen und probieren es mit einer Alternative zu den Kunsttempeln, wir fahren zur Galerie de Paléontologie et d'Anatomie Comparée, einem Institut des Muséum national d’histoire naturelle
 Wie in dieser Stadt nicht anders zu erwarten, wird man sogleich vom Museumskomplex mit seinen zahlreichen historischen Bauten, Gärten und dem angeschlossenen Zoo in Bann gezogen. Charmevoll trotz kolossaler Repräsentationsarchitektur...

23.06.2013

Modern American Life: Georg Bellows | Royal Academy of Arts, London.


Wir laufen über den mit violetten Bannern gesäumten Piccadilly: das 60. Jubiläum der Krönung von Queen Elizabeth kündigt sich an. Aber es ist ganz anderer Banner, der uns wirklich in seinen Bann zieht: ein Ring umzingelt von Zuschauerköpfen, darin zwei Männer im Nahkampf, als ginge es um Leben und Tod. In dem Reprint in roten Buchstaben „RA“. Die Intensität des Bildes – die Anstrengung und Verzweiflung der Kämpfer, die Aufmerksamkeit des Richters, die Gier und das Adrenalin der Zuschauer –, zieht uns wie ein Magnet in die Royal Academy of Arts...

21.02.2013

Ruhr Museum | Zeche Zollverein


Straßenbahnlinie 107 Richtung Gelsenkirchen Hauptbahnhof. Ich muss dem Reiz widerstehen bis zur Endhaltestelle mitzufahren... Die Versuchung wird einem an der Station Zollverein schnell genommen, wenn sich einer der beeindruckendsten Anblicke auftut, den man in einer dieser altehrwürdigen Industriestädte haben kann. Inmitten „schlichter“ Wohnhäuser, ohne Vorwarnung, ragt ein Komplex aus geraden Linien, perfekten Fluchten, unmissverständlicher Struktur, dessen Höhepunkt zum Symbol einer ganzen Region, mehr noch, zum bildlich gewordenen Ausdruck der kollektiven Identität geworden ist, das Fördergerüst von Schacht XII.
Industriedenkmal, Weltkulturerbe, Essen
Auch wenn die Zeit knapp wird, ein Rundgang zwischen den Gebäuden, die in ihrer funktionalen Ästhetik und architektonischen Genialität kaum zu übertreffen sind, muss sein...

20.02.2013

Album Covers – Vinyl Revival | Designmuseum Danmark



Kopenhagen zur Weihnachtszeit: kalter Wind und Schneeregen. Der Hauptbahnhof ist umzingelt von Baustellen. Der bewölkte Himmel bedeckt die Stadt fast völlig mit seinem grauen Schleier – wären da nicht die funkelnden Lichter der Weihnachtsbeleuchtungen und die riesigen Neonreklamen. Wir haben sechs, sieben Stunden bis unser Zug nach Schweden fährt. Trotz des schlechten Wetters ziehen wir zu Fuß durch die Stadt, entlang eines Weges, den eine Karte der Touristeninfo vorschlägt, wenn man Kopenhagens wichtigste Punkte zumindest von außen gesehen haben möchte. Nach einem zitternden Bummel durch die wohl längste Fußgängerzone Europas, Strøget, ziehen wir in der Hafengegend an zahlreichen Glühwein- und Pølserbuden vorbei und sehen am Palast bei einer Wachablösung zwei schwarze Limousinen durch das Tor rauschen, wobei wir in einem der Wägen die Königin vermuten. Schließlich brauchen wir eine Auszeit von der Kälte und begeben uns, anstatt zu Andersens Meerjungfrau weiterzulaufen, in das Designmuseum Danmark...